Altersvorsorge verstehen: Wie viel brauchen Sie wirklich?
Eine solide Altersvorsorgeplanung erfordert eine realistische Einschätzung Ihres künftigen Finanzbedarfs. Als grobe Faustregel gilt: Zum Renteneintritt (in Deutschland aktuell bei der Regelaltersgrenze von 67 Jahren für die meisten Jahrgänge) sollten ausreichend Ersparnisse und Rentenansprüche vorhanden sein, um etwa 70-80 % des letzten Nettoeinkommens zu erreichen. Die gesetzliche Rente allein deckt bei vielen Beschäftigten diesen Bedarf nicht – daher empfiehlt sich der Aufbau der zweiten Säule (betriebliche Altersvorsorge) und dritten Säule (private Vorsorge) frühzeitig. Nutzen Sie einen Rentenrechner, um Ihr aktuelles Alter (z. B. 35), Ihr Zielrenteneintrittsalter (z. B. 65-67), Ihre aktuellen Ersparnisse, monatliche Sparraten und eine realistische erwartete Rendite (häufig 5-7 % für breit gestreute Portfolios) einzubeziehen. Die "4-%-Regel" besagt, dass Sie jährlich etwa 4 % Ihres angesparten Vermögens entnehmen können, ohne es vorzeitig aufzubrauchen. Berücksichtigen Sie außerdem die Inflation (langfristig im Schnitt rund 2 %) bei der Berechnung Ihres künftigen Bedarfs. Je früher Sie beginnen, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt: Wer mit 25 statt mit 35 Jahren beginnt, monatlich zu sparen, erzielt bei gleicher Sparrate ein deutlich höheres Endkapital.